Interview: Dirk Jehle (SPD)

Dirk Jehle ist seit dem Jahr 2000 Landesvorsitzender der Lesben und Schwulen in der NRW-SPD. Der 43-Jährige ist verpartnert und lebt in Düsseldorf.

Wie fällt Ihre Bilanz zur bisherigen Regierungszeit der SPD aus?

Ich persönlich war sehr positiv überrascht, dass Hannelore Kraft als Ministerpräsidentin in ihrer Regierungserklärung so selbstverständlich auf die Belange von Schwulen und Lesben eingegangen ist. Mit dem Aktionsplan gegen Homo- und Transphobie wurden wichtige Aspekte angestoßen. Diese müssen natürlich noch weiter ausgeführt werden.

Welche Projekte müssen im Zuge des Aktionsplans noch ausgebaut werden?

Wichtig ist für mich eine Öffentlichkeitskampagne gegen Homo- und Transphobie, ähnlich wie vor einigen Jahren „Andersrum ist nicht verkehrt“. Außerdem ist die nachhaltige Unterstützung von regionalen Projekten und Beratungsstellen ein wichtiger Aspekt.

Wie steht die SPD zur vollständigen Gleichstellung von Ehe und Eingetragener Lebenspartnerschaft?

Auf Bundesebene wurde von der SPD beschlossen, ins Wahlprogramm die vollständige Gleichstellung von Ehe und Eingetragener Lebenspartnerschaft aufzunehmen – auch was das Steuer- und Adoptionsrecht angeht.

Welche Relevanz haben schwul-lesbische Belange in der NRW-SPD?

Durch meine Zusammenarbeit mit Hannelore Kraft weiß ich, dass ihr diese auch persönlich am Herzen liegen. Ich denke, das hat man auch bei der Verleihung der Kompassnadel des Schwulen Netzwerks feststellen können.

Was ist für Sie persönlich ein wichtiges politisches Ziel?

Ich wünsche mir eine breitere Diskussion um verschiedene Lebens- und Familienformen. Außerdem möchte ich mich dafür einsetzen, dass die Unrechtsurteile, die im Zusammenhang mit dem Paragraphen 175 getroffen wurden und zum Teil heute noch rechtskräftig sind, aufgehoben werden.

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