Gesellschaft
   6 Jahre
Foto: DAH

Schon bald kein Aids mehr?

Rechtzeitig zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember kommt die Deutsche Aids-Hilfe (DAH) mit einer spektakulären Nachricht: Ein Ende von Aids in Deutschland ist bis 2020 möglich. Wie kann das sein? Die Mitgliederversammlung der DAH hat dazu ein Zukunftspapier beschlossen, in dem sie das Ziel und die Probleme beschreibt. Demnach gibt es einen wesentlichen Grund, warum es heute noch Aids in Deutschland gibt. Er lautet Angst – Angst vor der HIV-Infektion, Angst vor Aids und Angst vor der Diskriminierung, der daraus folgen könnte.

Die Argumentation der DAH geht so: Alle wissen, dass Menschen mit HIV mancherorts diskriminiert werden. Deshalb gehen viele nicht rechtzeitig zum Test und fangen deshalb auch zu spät mit einer Therapie an. In dieser Zeit haben sie unnötigerweise schon wieder andere Menschen angesteckt. Wenn viele sich freiwillig häufiger testen lassen würden und gleich mit der Einnahme von Tabletten beginnen würden, so dass sie bald nicht mehr ansteckend sind, dann würde es immer weniger Infektionen geben.

Das Ziel sei allerdings nur zu erreichen, wenn alle Kräfte gebündelt würden. Politiker seien ebenso gefragt wie Ärzte, Aidshilfen und Selbsthilfegruppen. Die DAH hat dazu einen 20-Punkte-Katalog mit Forderungen an alle Beteiligten vorgelegt. So müsse beispielsweise die Kriminalisierung der HIV-Übertragung bei selbstbestimmten sexuellen Handlungen beendet werden. Die schwule Szene ist aufgefordert, die Diskriminierung von HIV-Positiven zu beenden. Anonyme, lebensweltnahe HIV-Test-Angebote für besonders stark von HIV betroffene Gruppen wie schwule Männer, Drogenkonsumenten und Menschen mit Migrationshintergrund müssten überall angeboten werden – auch abseits von Ballungsräumen.

In dem Zukunftspapier wird auch die Arbeit der Aidshilfen selbstkritisch hinterfragt. Mancherorts werde die Knastarbeit vernachlässigt, an anderen Orten die schwule Präventionsarbeit in der Szene. Die Einbindung der verschiedenen Betroffenengruppen in die tägliche Arbeit soll sichergestellt werden. Und es wird auch vorgeschlagen, öffentliche Kampagnen mit HIV-Positiven zu starten, die als Vorbilder für eine offenere Kommunikation dienen können.

Unser Foto zeigt den neugewählten Vorstand der DAH: (v.l.) Manuel Izdebski, Winfried Holz, Sylvia Urban, Ulf Hentschke-Kristal, Tino Henn

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