Gesellschaft
   10 Jahre
Foto: m.o.ruehle / photocase.com

Wahrhaft schwules Dorf?

"Moclinejo ist eine spanische Gemeinde in Andalusien in der Provinz Málaga. Sie befindet sich 20 Kilometer von Málaga entfernt zwischen der 'Cerros de Córdoba' und 'Piedra Blanca' auf 450 Meter Höhe in der Axarquía, dem östlichsten Teil der Provinz Málaga", beschreibt die freie Enzyklopädie Wikipedia das beschauliche spanische Dorf. "Es ist umgeben von Oliven-, Mandelbäumen und Weinen. Moclinejo liegt an der 'Rosinenstraße'. Rosinen, Wein und Weintrauben sind die Hauptprodukte der Gegend." Doch wo bislang nur Bäume und Sträucher das Dorfbild prägen, sollen dem konservativen Bürgermeisters Antonio Muñoz zufolge bald schon schwule Männer das Aushängeschild sein.

Platz für freies Cruisen

Im kommenden Jahr schon möchte er Moclinejo hochoffiziell zum "ersten Gay-Dorf der Welt" erklären, berichtete die Süddeutsche am 2. September. Und während sich das Thema für die Zeitung als erstklassiger Lückenfüller inmitten des gähnenden Sommerlochs eignet, verfolgt das Dorfoberhaupt ganz andere Ziele. Moclinejo nämlich ist hoch verschuldet, jeder zwölfte Einwohner arbeitslos - und ein Geheimnis ist es nicht, dass Schwule als besonders vermögend gelten.

Hinter der irrwitzig anmutenden Idee steckt der Unternehmer Javier Checa. Der möchte ganze 600 neue Wohnungen entstehen lassen - ganz in Rosa gestrichen. Ein "wahrhaft schwules Dorf", wie er findet, wo "wirklich Freiheit" herrsche. Straßen und Plätze sollen umbenannt und ein Platz für freies Cruisen geschaffen werden.

Die Reaktionen der Einwohner zumindest scheinen recht positiv auszufallen; manch einer würde gerne gleich die ganze Altstadt in pinker Farbe erstrahlt sehen. Weniger euphorisch zeigt sich da der spanische LGBT-Verband Colegas. Freiheit entstünde nicht dadurch, "dass man Ghettos schafft", erklärt Sprecher Salvador Rubio.

Das Dorf der Schlümpfe

Es ist nicht das erste Mal, dass eine andalusische Gemeinde für "buntes Aufsehen" sorgt. Als Werbemotiv für den 3D-Kinospaß "Die Schlümpfe" wurde erst im Juni das kleine Dorf Júzcar mit rund 9.000 Litern Farbe ganz in Blau getaucht.

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