Köln
   5 Jahre
Foto: Ein Teil des Teams beim 18. Geburtstag des Checkpoint, Foto: vvg

Checkpoint wird von Aidshilfe übernommen

Zum Jahresende geht ein Stück schwuler Geschichte in Köln zu Ende: Die Schwule Initiative Pflege und Soziales, kurz SchwIPS e.V., löst sich auf. Der von dem Verein seit 1993 betriebene Infoladen Checkpoint an der Pipinstraße bleibt aber bestehen, er wird in Zukunft von der Aidshilfe Köln übernommen. Das Schnelltest-Angebot, bei dem man sich anonym und ohne Voranmeldung auf HIV, Syphilis und Hepatitis C testen lassen kann, hatten die beiden Organisationen ohnehin schon gemeinsam betrieben.

Neben den eigenen Beratungsangeboten durch Haupt- und Ehrenamtler vermittelt der Checkpoint auch Adressen kompetenter und schwulenfreundlicher Ärzte. Auch mit allen anderen Fragen zur Kölner Szene kann man sich an den Checkpoint wenden, der Regenbogenshop bietet von Kondomen und Gleitmittel über Regenbogenaufkleber und Fahnen bis hin zu Textilien und Zeitschriften alles, was das Herz begehrt.

Der Verein war 1991 als Ergänzung – und anfangs auch in Konkurrenz – zur Aidshilfe gegründet worden. Er engagierte sich besonders in Sachen Prävention und Gesundheitsberatung, bot aber auch psychosoziale Betreuung und Sozialberatung für HIV-Infizierte und Aids-Kranke an. In den 90er Jahren unterhielt SchwIPS auch einen ambulanten Pflegedienst für Menschen, die an den Folgen von Aids litten und die bis an ihr Lebensende betreut wurden. Der Pflegedienst wurde später aufgegeben, als diese Form der Unterstützung nach Einführung der Kombinationstherapien nicht mehr notwendig war.

Zu den bekanntesten Aktivitäten des Vereins gehörte zuletzt neben dem Checkpoint und dem Schnelltest die jährliche Tombola „Das Los“, bei der im Rahmen des Kölner CSD die Hauptpreise verlost wurden, in den letzten Jahren meistens ein Ford Ka. Gerade auch die Organisation der Tombola hatte die ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins zuletzt an ihre Grenzen gebracht. Verschärft wurden die Probleme wiederholt durch die Kürzung städtischer Mittel.

Deshalb sollen alle Angebote, darunter auch Check up von der Aidshilfe, nun gebündelt werden. Ziel ist der Umzug in eine größere Immobilie. Die Aidshilfe hatte bereits vor einiger Zeit ein Konzept für eine solche neue Gesundheitsagentur vorgelegt und dafür um Unterstützung durch die Politik geworben. Mit sieben festen Mitarbeitern wird dabei ein Modell gestartet, das durchaus als Vorbild für andere Städte dienen kann.

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