Landtagswahl NRW, Teil IV: Die Partei

Die vom göttlichen Satiriker Martin Sonnenborn (einst "Titanic", heute "Spam" bei "Spiegel Online") geführte PARTEI tritt zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen an. Ihr Spitzenkandidat ist der Kölner Mark Benecke, berühmt durch Presse, Funk und Fernsehen als Gerichtsmediziner und "Kriminalbiologe", aber auch schon für rik, Exit und gab als Rasender Reporter beim CSD in Bukarest unterwegs. Wir baten ihn zum Email-Interview.

Wie fällt Ihre persönliche Bilanz nach fünf Jahren Schwarz-Gelb speziell in der Homo-Politik aus?

Ich sehe derzeit vor allem ultrabizarre Effekte: Der geoutete deutsche Außenminister steht am Grab des schwulen- und deutschenfeindlichen, erzkatholischen, neophoben polnischen Präsidenten und macht wohl oder übel gute Mine zum hirnverbrannten Spiel. Das ist nur ein Highlight, es ist noch viel Sand im Getriebe und daher einiges zu tun.

Welche Akzente plant ein Ministerpräsident Benecke zu setzen?

Ganz einfach: totale Gleichstellung aller ernsthaft geführten, menschenfreundlichen Lebensformen. Zack! Abgesehen davon natürlich der Mauerbau zwischen Köln und Düsseldorf ;)

Welche Schritte zur Antidiskriminierung oder Förderung der Akzeptanz von Vielfalt wird eine von Ihnen geführte Landesregierung einleiten?

Einfach mal den Leuten, die sich komisch benehmen (damit meine ich hier: Normalos, Hasserfüllte, Ängstliche), zuhören und raffen, wovor genau sie sich so fürchten, wenn es bunt und schön ist. Von ExtremistInnen mal abgesehen, denke ich, dass in vielen intoleranten Menschen durchaus der Keim zu Coolness steckt, man muss ihn nur fördern. In einem Wort: Prävention.

Für eine Satire-PARTEI hört sich das aber ungewohnt ernst an, Herr Dr. Benecke...

Stimmt auch so. Seit die Chancen auf meine Wahl aber deutlich gestiegen sind (die Presse findet’s lustig, Wahlvideo und Radiospot sind im Netz die Renner), dachte ich mir, mach ich doch auch mal ein bisschen Realpolitik. Zumindest in der Sache, die jetzt wirklich so was von überfällig ist, nämlich Liebe und Frieden – ganz unklebrig, sondern mit offenem Visier und kölsch-opportunistischer Gutmütigkeit. Und das meine ich WIRKLICH ernst.

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