Kultur
   4 Wochen
Foto: TheRegisti

QueerScreen - 09.11.–15.11.20

Das beste der aktuellen Fernsehwoche - gefiltert durch die schwul-lesbische Brille.

Mo, 9.11., 10:30 – 12 Uhr, rbb
Vier kriegen ein Kind (Spielfilm, D 2015)

Endlich schwanger! Für die Hamburger Literaturdozentin Neele und ihre Lebenspartnerin, die Zahntechnikerin Steff, geht damit ein Traum in Erfüllung. Schon lange wünschen sich die beiden ein Kind. Allerdings werden die Pläne von einer künftigen Dreisamkeit jäh zerstört – denn wie sich herausstellt, kam es bei der künstlichen Befruchtung zu einer folgenschweren Verwechslung: Der Erzeuger ist nicht der sorgsam ausgesuchte junge Samenspender ohne Vaterambitionen, sondern der freundliche Kalle, der mit seinem Mann Jens ebenfalls vom eigenen Nachwuchs träumt. Da die Leihmutter des sympathischen Männerpaares im letzten Moment einen Rückzieher machte, sehen die beiden in der Verwechslung eine Art Fügung des Schicksals. Sie freuen sich schon darauf, dem Mutterpaar als aktive Väter zur Seite zu stehen – am liebsten Wand an Wand im gemeinsamen Vorstadt-Doppelhaus. Steff und Neele fallen angesichts dieser Idee aus allen Wolken. Für die beiden ist allein schon der Gedanke an eine geteilte Fürsorge der reinste Albtraum. Sie sehen in dem Sportreporter Kalle und dem Makler Jens lediglich zwei schwule Spießer mit gänzlich anderen Lebenseinstellungen. Vor allem Neele lässt nichts unversucht, um die lästigen Kindsväter zu vergraulen. Erst nach einigen Reibereien und verbalen Scharmützeln wird dem ungleichen Vierergespann klar, dass es bei der Sache nicht um persönliche Interessen gehen darf, sondern um ihr gemeinsames Kind: Statt Gezeter und Gezerre ist Kooperationsbereitschaft gefragt. Und tatsächlich stellt sich mit der Zeit ein gegenseitiges Vertrauen und so etwas wie ein „Vier“-Gefühl ein. Doch es kommt anders. Die angehende Patchwork-Regenbogenfamilie wird vom Schicksal auf eine harte Probe gestellt. Die Gesellschaftskomödie „Vier kriegen ein Kind“ zeigt mit hintersinnigem Humor, aber auch ernsteren Untertönen, dass gute Elternschaft in allererster Linie eine Frage der Herzensbildung ist.

 

Mo, 9.11., 22:45 – 23:35 Uhr, BR
Der Millionenbauer: Goldene Berge (Serie, D 1978)

Hartinger ist durch den Verkauf von Feldern ein reicher Mann geworden. Doch mit dem leichteren Leben zieht auch die Angst auf dem Hof ein. Andreas bangt um seine Zukunft, sieht er doch durch die Verkäufe seine Existenz als Bauer gefährdet. Kultserie mit Walter Sedlmayr in der Rolle des Josef Hartinger.

 

Mo, 9.11., 2:40 – 3:20 Uhr, RTL II
Exklusiv – Die Reportage: Transsexuell und erfolgreich! – Berlins schrägstes Bordell (Reportage, D 2011)

Die Damen in Petras Bordell sind etwas ganz Besonderes. Denn rein biologisch betrachtet waren es allesamt Männer. Transsexuelle sind mittlerweile ein fester Bestandteil des Rotlichtmilieus und in Berlin hat nun das erste Transsexuellen-Bordell der Stadt eröffnet. Und dort sind sich alle einig: Männer findet man hier nur auf der Gästeliste.

 

Di, 10.11., 13:30 – 14:15 Uhr, ZDF info
Mysteriöse Kriminalfälle der DDR: Tödliche Liebe (Dokumentation, D 2020)

Wenn Gefühle außer Kontrolle geraten, kann das tödlich enden – Verbrechen aus Leidenschaft gab es immer und überall. Doch die Staatsideologen der DDR taten sich schwer damit, das zu akzeptieren. Die Folge „Tödliche Liebe“ der Doku-Reihe „Mysteriöse Kriminalfälle der DDR“ bringt Licht ins Dunkel der Kriminalgeschichte des Arbeiter- und Bauernstaates und fokussiert dabei auf Morde aus sexuellen Motiven. Doch jeder Fall erzählt auch ein Stück Geschichte. Authentische Dokumente aus dem umfangreichen Stasi-Unterlagen-Archiv, Zeitzeugen, Ermittler und Experten zeigen auf, unter welchen Umständen diese Fälle aufgeklärt wurden. Politisch heikel ist u. a. der Mordfall an einem hochrangigen DDR-Diplomaten, dem sein sexuelles Doppelleben zum Verhängnis wurde. Anlass für die Doku, die Akzeptanz von Homosexualität auf beiden Seiten der Mauer historisch zu thematisieren.

 

Mi, 11.11., 6 – 6:20 Uhr, 3sat
Montmartre – die Seele von Paris (Dokumentation, D 2013)

Montmartre ist die höchste Erhebung von Paris. Am Fuß des Hügels liegt Pigalle. Das Viertel ist verrufen, schon immer. Gangster, Zuhälter und Prostituierte gingen einst in denselben Kneipen wie Vincent van Gogh, Pablo Picasso und Henri de Toulouse Lautrec. Heute trifft man dort auf einen Mann, der immer blau gekleidet ist: Michou. Vor über 50 Jahren hat er ein kleines Transvestiten-Kabarett eröffnet, dass zur Kultadresse wurde. Zu seinen Gästen zählten Alain Delon, Charles Aznavour und die Chiracs.

 

Mi, 11.11., 12:35 – 13:58 Uhr, MDR
Charleys Tante (Spielfilm, A 1963)

Um zwei Freunden aus der Patsche zu helfen, verwandelt sich der junge Diplomat Dr. Otto Wilder (Peter Alexander) in eine reiche Erbtante aus Brasilien. Seine Pflichten als Anstandswauwau nimmt er allerdings auf sehr ungewöhnliche Weise wahr; auch hat er alle Mühe, Fassung zu bewahren, als plötzlich die (sehr attraktive) richtige Tante auftaucht.

 

Mi, 11.11., 21 – 21:45 Uhr, NDR
Unsere Geschichte: Helga Feddersen – Erinnerungen an eine norddeutsche „Ulknudel“(Dokumentation, D 2020)

Helga Feddersen ist als „Ulknudel“ der Nation im kollektiven Gedächtnis der deutschen TV-Nation in den 1970er- und 1980er-Jahren verankert. Doch Helga Feddersen war viel mehr als das. Sie drehte mit Rainer Werner Fassbinder, schrieb Fernsehspiele und war eine grandiose Schauspielerin. Der Film zeigt in ausgewähltem Archivmaterial die unbekannte Seite der Schauspielerin und Autorin Helga Feddersen, die sich nach einer Krebsoperation neu erfand und sich mit ihrem Schicksal arrangierte, ohne dabei ihren Humor und ihre Lebenslust zu verlieren. Als Schauspielerin begann Helga Feddersen ihre Karriere in den 1950er-Jahren. Aufgrund ihrer Krankheit endete diese aber schnell wieder. Langsam arbeitete sie sich erst als Souffleuse, später als Autorin und schließlich als Fernsehstar wieder nach oben. Das Publikum liebte sie für ihre nahbare und authentische Art. Privat lebte Helga Feddersen zurückgezogen mit ihrem 23 Jahre älteren Mann. Als er verstarb, widmete sie sich mit neuem Lebensgefährten ihrem eigenen Theater in Hamburg. Aufgrund des wiederkehrenden Krebsleidens musste sie es wieder schließen. Schon von der Krankheit gezeichnet, scheute sie sich nicht vor öffentlichen Auftritten, bis sie 1990 dem Krebs erlag. Ihre extrovertierten Auftritte standen im Gegensatz zu ihrem scheuen, warmherzigen und demütigen Charakter. Helga Feddersen wollte für ihr Publikum da sein, um es zu unterhalten. Der Ulk war dabei so etwas wie ihr Schicksal. Zahlreiche Interviews mit Freund*innen, Kolleg*innen und Bewunderern wie Dieter Hallervorden, Karl Dall, Frank Zander und anderen zeichnen die Ausnahmekarriere der unkonventionellen Künstlerin in diesem Film nach. Neben den immer noch gern gesehenen Highlights ihres komödiantischen Schaffens, fokussiert sich der Film auf ihre weniger bekannte Arbeit im Fernsehen und auf der Bühne und ermöglicht einen neuen Blick auf die Ikone deutscher Fernsehunterhaltung. 2020 wäre Helga Feddersen 90 Jahre alt geworden und ihr Todestag jährt sich zum 30. Mal, aber vergessen ist sie nicht. Der Film ist dem wahren Wesen einer Künstlerin auf der Spur, die das Leben liebte und ihr Sterben öffentlich machte.

 

Mi, 11.11., 21 – 21:45 Uhr, Phoenix
Geheimnisvolle Orte: Die Schönhauser Allee (Dokumentation, D 2013)

Nur wenige Straßen in Berlin sind so bekannt, so beliebt und so berüchtigt wie die Schönhauser Allee. Bis heute ist diese Straße in Berlin‑Prenzlauer Berg ein Ort der Geschichte und der Geheimnisse. Früher lebten hier Arbeiter und Angestellte, Oppositionelle und Hausbesetzer, Homosexuelle und Künstler.

 

Mi, 11.11., 21:55 – 23:30 Uhr, ONE
Babylon Berlin (15 + 16) (Serie, D 2017)

Folge 15:

Charlotte erzählt Rath nichts von ihrem Martyrium der vergangenen Tage, berichtet ihm aber von ihrem Fund des Notizbuchs und, dass ein Überfall auf den Güterzug geplant ist. Sofort machen sie sich auf den Weg zu Benda, doch unterwegs werden sie attackiert und geraten in Lebensgefahr. Ebenso Benda, der nicht ahnt, was gegen ihn im Schilde geführt wird. Er hat den Falschen vertraut.

Folge 16: 

Rath macht alleine Jagd auf den davonfahrenden Güterzug. Dort trifft er auf Mitglieder der Schwarzen Reichswehr. Doch was sie dort suchen, ist nicht, was es zu sein scheint. Es kommt zu einem Kampf auf Leben und Tod. Das Schicksal von Benda ist besiegelt und Greta ist fassungslos. Die Jagd auf die Schuldigen beginnt, doch es wurde eine falsche Fährte gelegt.

 

Mi, 11.11., 1:15 – 2 Uhr, ZDF info
Mysteriöse Kriminalfälle der DDR: Tödliche Liebe (Dokumentation, D 2020)

Wenn Gefühle außer Kontrolle geraten, kann das tödlich enden – Verbrechen aus Leidenschaft gab es immer und überall. Doch die Staatsideologen der DDR taten sich schwer damit, das zu akzeptieren. Die Folge „Tödliche Liebe“ der Doku-Reihe „Mysteriöse Kriminalfälle der DDR“ bringt Licht ins Dunkel der Kriminalgeschichte des Arbeiter- und Bauernstaates und fokussiert dabei auf Morde aus sexuellen Motiven. Doch jeder Fall erzählt auch ein Stück Geschichte. Authentische Dokumente aus dem umfangreichen Stasi-Unterlagen-Archiv, Zeitzeugen, Ermittler und Experten zeigen auf, unter welchen Umständen diese Fälle aufgeklärt wurden. Politisch heikel ist u. a. der Mordfall an einem hochrangigen DDR-Diplomaten, dem sein sexuelles Doppelleben zum Verhängnis wurde. Anlass für die Doku, die Akzeptanz von Homosexualität auf beiden Seiten der Mauer historisch zu thematisieren.

 

Do, 12.11., 14:30 – 16 Uhr, rbb
Nichts als Ärger mit den Männern (Spielfilm, D 2009)

Die junge Musikerin Katharina hält sich nach dem Abbruch ihres Studiums mit Gelegenheitsjobs über Wasser. Dann aber erleidet ihr griesgrämiger Vater Hubert einen Herzanfall – und plötzlich muss Katharina sich im Alleingang um dessen Catering-Firma kümmern. Als sie erfährt, dass das Unternehmen kurz vor der Pleite steht, versucht sie die Firma wieder auf Kurs zu bringen. Mit Improvisationstalent, viel Charme und der tatkräftigen Unterstützung ihres schwulen Mitbewohners Jochen (Anian Zollner), dessen Freundes Bruno (Götz Otto) sowie der pfiffigen Sekretärin Christa (Billie Zöckler) gelingt es Katharina, die ersten kleinen Aufträge an Land zu ziehen.

 

Do, 12.11., 19:15 – 20 Uhr, Phoenix
Geheimnisvolle Orte: Die Schönhauser Allee (Dokumentation, D 2013)

Nur wenige Straßen in Berlin sind so bekannt, so beliebt und so berüchtigt wie die Schönhauser Allee. Bis heute ist diese Straße in Berlin‑Prenzlauer Berg ein Ort der Geschichte und der Geheimnisse. Früher lebten hier Arbeiter und Angestellte, Oppositionelle und Hausbesetzer, Homosexuelle und Künstler.

 

Do, 12.11., 20:45 – 21:15 Uhr, ONE
Kroymann (Comedy, D 2019)

Wer weiß, welche ungeahnte Rolle die Frau – Sylke von Nazareth – bei den Wundern, die Jesus von Nazareth vollbracht hat, gespielt hat? Bei „Kroymann“ gibt es dazu eine klare und natürlich fundiert fachkundige Antwort. Maren Kroymann schlüpft außerdem in die Rolle einer Beraterin, die zeigt wie man im Netz so richtig hassen kann, und gibt Tipps für die ganze Familie. Als besonderes Highlight bekommt die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine wichtige Rolle. Auch in dieser achten Folge sind großartige Kolleginnen und Kollegen zu sehen: Maria Furtwängler, Oliver Mommsen, Peter Lohmeyer, Nadja Zwanziger, Moritz Führmann, Yasmina Filali, Nina Weniger, Ulrich Schmissat u. v. a. Und gemeinsam mit Annette Frier brilliert Maren Kroymann wieder in unverwechselbarem Zusammenspiel und atemberaubenden Alltagsbeobachtungen.

 

Do, 12.11., 22:15 – 22:45 Uhr, ZDF neo
Late Night Alter (Talk, D 2020)

Von Diversität und Gender-Themen über Gentrifizierung bis zur Klimakrise: Ariane Alter greift in ihrer Late-Night-Show gesellschaftliche, popkulturelle und boulevardeske Themen auf. ZDFneo zeigt „Late Night Alter“ immer donnerstags um 22.15 Uhr. In der ZDFmediathek ist die jeweilige Ausgabe bereits ab 20.15 Uhr verfügbar.

 

Do, 12.11., 23:15 – 0:15 Uhr, SWR
Let's make babies – Schwule Väter in Israel (Dokumentation, D 2020)

Motty und Alon, ein schwules Paar aus Israel, möchten unbedingt Kinder haben. Während einige alleinstehende Männer oder Paare sich für eine geteilte Elternschaft, das sogenannte Co-Parenting entscheiden, wählen andere wie sie den Weg der Leihmutterschaft. Sie ist in Israel seit 1996 völlig legal, jedoch nur für verheiratete heterosexuelle Paare – deshalb gehen viele Paare ins Ausland und geben viel Geld aus für ihren Traum. Auf jährlichen Leihmutterschaftsmessen werben Kliniken und Agenturen um neue Kunden. Ein regelrechter Babyboom. Israel ist der Industriestaat mit der höchsten Geburtenrate weltweit. Durchschnittlich werden hier 3,1 Kinder pro Frau geboren, in Deutschland und der EU sind es 1,6. Der Familie Nachkommen schenken zu wollen, ist ein tief in der israelischen Gesellschaft verwurzeltes Bedürfnis. Da macht es keinen Unterschied, wen man liebt. Die Zuschauerinnen und Zuschauer begleiten Motty und Alon auf ihrem Weg zu eigenen Kindern. Mit Hilfe ihrer Leihmutter Krista in Portland, USA. Ihre Geschichte wird stets nah beobachtet, angefangen von Komplikationen beim Embryotransfer oder dem ersten Ultraschall, den Motty und Alon über Skype mitverfolgen. Welche Vorbereitungen treffen sie, welche Sorgen machen sie sich 11.000 Kilometer von ihren heranwachsenden Zwillings-Babies entfernt? Wie erfüllen sie sich ihren Traum von Glück? Anhand der intimen Situationen, in denen Zuschauerinnen und Zuschauer das Paar erleben und der Einblicke in das Leben in Israel, entsteht ein Portrait eines modernen und sehr vielfältigen Landes voller Gegensätze, in der die Familie die wichtigste Rolle einnimmt. Der Film wirft Fragen auf über Elternschaft, soziale Normen und den Zeitgeist in der heutigen technologisch hochentwickelten Welt.

 

Fr, 13.11., 10 – 10:45 Uhr, ZDF info
Liebe und Sex im Maghreb – Zwischen Tabu und Tradition (Dokumentation, F 2019)

In Nordafrika sind Paarbeziehungen ohne Trauschein verboten. Öffentlich gezeigte Zuneigung oder gar homosexuelle Beziehungen sind tabu und werden mit Freiheitsentzug bestraft. Frauen müssen jungfräulich in die Ehe gehen. Uneheliche Kinder, selbst als Folge von Vergewaltigung, sowie Schwangerschaftsverhütung gelten als Schande und führen häufig dazu, dass Frauen von ihren Familien verstoßen werden. Doch langsam brechen die harten Strukturen auf. In Tunesien reicht schon ein Kuss in der Öffentlichkeit für eine sechsmonatige Strafe. Ausgelebte Homosexualität wird dort sogar mit drei Jahren Haft bestraft. Unter dem Konflikt zwischen Tradition und Moderne leiden im Maghreb vor allem Frauen, Kinder und Homosexuelle. Der Film porträtiert junge Menschen aus Tunesien und Marokko und zeigt, wie sie mit dem Korsett der Traditionen und Gesetze leben – und wie sie die Verbote häufig auch umgehen. Eine bewegende Dokumentation über uralte Tabus in Sachen Liebe, Sex und Frauenrechte in Nordafrika.

 

Fr, 13.11., 23:10 – 0:40 Uhr, ONE
Mein Sohn Helen (Spielfilm, D 2015)

Als Tobias Wilke (Heino Ferch) den 17-jährigen Finn (Jannik Schümann) nach dessen einjährigem Auslandsaufenthalt vom Flughafen abholen will, steht ihm eine junge Frau gegenüber, in der er nur langsam seinen Sohn wiedererkennt. Finn erklärt seinem verwirrten Vater, sich schon immer als Mädchen im Jungenkörper gefühlt zu haben. Er nennt sich nun Helen. Das Austauschjahr bei seiner Tante in den USA hat er genutzt, um die sexuelle Identität endlich offen zu zeigen. In der Zeit in San Francisco ist sein Entschluss endgültig gereift, sich ab sofort als Mädchen zu kleiden, um den gesetzlich vorgeschriebenen „Alltagstest“ bestehen und bei Eintritt der Volljährigkeit eine geschlechtsangleichende Operation vornehmen lassen zu können. Für sein Umfeld beginnt der Härtetest. Nach dem ersten Schrecken sieht sich der aufgewühlte Vater mit einer Vielzahl von Fragen konfrontiert: Wie kann es sein, dass er nichts gemerkt hat? Hat seine vor zwei Jahren tödlich verunglückte Frau, deren Verlust Tobias noch nicht überwunden hat, etwas gewusst? Aber auch Helen muss sich schmerzlichen Fragen stellen: Wird es ihr gelingen, bei ihrem Entschluss zu bleiben? Selbst auf die Gefahr hin, die Menschen, die ihr am meisten bedeuten, zu verlieren? Gemeinsam begeben sich Vater und Tochter auf eine Reise, die sie gleichermaßen zueinander und zu sich selbst führt: ein komisches, liebevolles Ringen um Wahrheit und Selbstbestimmung.

 

Fr, 13.11., 23:30 – 0:30 Uhr, WDR
Domian live (Talk, D 2020)

Ein Mann, keine Tabus. Jürgen Domian öffnet sich – wegen des großen Zuspruchs nun alle zwei Wochen – immer am zweiten und am letzten Freitag des Monats neuen Geschichten. Das Besondere an seiner Sendung „Domian live“: Jürgen Domian kennt weder die Gäste noch die Themen, die sie in seine Sendung mitbringen.

 

Fr, 13.11., 3:25 – 4:40 Uhr, 3sat
Bayerischer Kabarettpreis (Kabarett/Gala/Show, D 2020)

2020 verleiht der Bayerische Rundfunk gemeinsam mit dem Münchner Lustspielhaus zum 22. Mal den Bayerischen Kabarettpreis. – 3sat zeigt die Preisverleihung vom 26. Oktober. Der Ehrenpreis geht in diesem Jahr an Maren Kroymann: Sie ist der lebende Beweis, dass Frauen alles können, was sie wollen. Auch wenn sie sich selbst als „Spätzünderin“ bezeichnet, ist ihre Strahlkraft enorm. Über Jahrzehnte auf Bühnen und im Fernsehen hat sie ein Maß an Durchblick und Präzision erreicht, das seinesgleichen sucht. Schon immer sind es emanzipatorische Themen, die die 70-Jährige bewegen. Aus diesem Komplex schöpft sie ihre Figuren, die sie genau beobachtet, exakt umsetzt und damit die ganze Bandbreite möglicher Frauenbiografien reflektiert. Genauso, wie sie das Gebaren ihrer Geschlechtsgenossinnen aufs Korn nimmt, deckt sie auch Diskriminierungen, strukturellen Frauenhass oder überholte Rollenbilder auf. Maren Kroymann zeigt grandios, wie man das Leben mit Humor und Klugheit meistert, statt an dessen Zumutungen zu verzweifeln.

 

Sa, 14.11., 8:15 – 9:45 Uhr, WDR
Die letzten Millionen (Spielfilm, D 2014)

Um etwas Spiel und Spannung in ihr eintöniges Rentnerdasein zu bringen, haben sechs Bewohner einer Berliner Seniorenresidenz eine Lotto-Tippgemeinschaft gegründet: Der alternde Lebemann Conrad, das schwule Paar Otto und Jakob, die gutmütige Rosi und das liebesmüde Ehepaar Karin und Günter. Woche für Woche fiebern sie alle zusammen der Ziehung der Gewinnzahlen entgegen – bis eines Samstags das Unwahrscheinliche Realität wird: Die ungleiche Truppe knackt den prall gefüllten Jackpot von 30 Millionen Euro. Die Reaktionen der frischgebackenen Multimillionäre fallen sehr unterschiedlich aus: Während der Schwerenöter Conrad noch einmal mächtig feiern will und das Geld bei Champagner mit schönen Frauen verpulvert, erfüllen die Romantiker Otto und Jakob sich mit ihrem Anteil den Traum von der eigenen Segeljacht. Rosi weiß derweil gar nicht recht, wie ihr geschieht – und wird von ihrem Sohn und dessen gieriger Frau nach Strich und Faden ausgenutzt. Ganz anders die entdeckungsfreudige Karin: Sie will sich ihren Lebenstraum erfüllen und trotz ihres Alters die ganze Welt bereisen – auch wenn sie dafür die Ehe mit ihrem verbitterten Ehemann Günter aufs Spiel setzt, der längst jede Lebensfreude abgeschrieben hat. Die idealistische Altenpflegerin Carmen (Anna Loos) versucht indes, den Übermut ihrer Schützlinge etwas in Zaum zu halten. Denn die Millionen bringen weder die Jugend zurück, noch schützen sie vor Schicksalsschlägen. Im Guten wie im Schlechten muss jeder der Lottokönige auf eigene Weise lernen, dass Geld zwar viele Freiheiten ermöglicht, der Schlüssel zum Glück aber nicht unbedingt aus Gold sein muss.

 

Sa, 14.11., 11:25 – 11:55 Uhr, ONE
Kroymann (Comedy, D 2019)

Wer weiß, welche ungeahnte Rolle die Frau – Sylke von Nazareth – bei den Wundern, die Jesus von Nazareth vollbracht hat, gespielt hat? Bei „Kroymann“ gibt es dazu eine klare und natürlich fundiert fachkundige Antwort. Maren Kroymann schlüpft außerdem in die Rolle einer Beraterin, die zeigt wie man im Netz so richtig hassen kann, und gibt Tipps für die ganze Familie. Als besonderes Highlight bekommt die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen eine wichtige Rolle. Auch in dieser achten Folge sind großartige Kolleginnen und Kollegen zu sehen: Maria Furtwängler, Oliver Mommsen, Peter Lohmeyer, Nadja Zwanziger, Moritz Führmann, Yasmina Filali, Nina Weniger, Ulrich Schmissat u. v. a. Und gemeinsam mit Annette Frier brilliert Maren Kroymann wieder in unverwechselbarem Zusammenspiel und atemberaubenden Alltagsbeobachtungen.

 

Sa, 14.11., 11:55 – 12:25 Uhr, ONE
Total normal (2/7) – mit Hape Kerkeling (Comedyserie, D 1989)

Ein unschlagbares Team waren Hape Kerkeling und Achim Hagemann in sieben Sendungen „Total Normal“. Höhepunkte folgten auf Höhepunkte. Gäste in der zweiten Sendung waren Margarethe Schreinemakers, Paul Kuhn, Margot und Maria Hellwig, u. a.

 

Sa, 14.11., 19:20 – 20 Uhr, 3sat
Früchte des Zorns – Das kulturelle Erbe der Arabellion (Dokumentation, D 2020)

Seit zehn Jahren geht in Nordafrika und im Nahen Osten die Jugend für ihre Freiheit auf die Straße. Doch nicht mit Waffen und Gewalt, sondern mit Texten, Beats und Mikrofonen. Wer waren diese Rebellen, und wer sind sie heute? Was bleibt von ihrem kreativen Aufbegehren? Das Filmteam reist nach Ägypten, Tunesien und in den Libanon und trifft Künstler und Kreative, die damals treibende Kräfte und Sprachrohre waren – und es bis heute sind. Die sogenannte Arabellion war geprägt von jungen Menschen, die aufbegehrten gegen autoritäre Regime und Despoten, die sie in ihrer Meinungsfreiheit einschränkten und ihr künstlerisches Schaffen unterdrückten. In Flashmobs, Graffitis und Rap-Musik entlud sich ihre kreative Kraft. Voller Hoffnung war diese Zeit, und doch riefen die Unruhen andere, neue Unterdrücker auf den Plan. Das Filmteam ist u. a. mit der Band Mashrou' Leila unterwegs. Die vier jungen Männer aus dem Libanon machten den Soundtrack der Revolution. Zu ihren Songs gingen die Menschen in der arabischen Welt auf die Straße. In den Texten kritisieren sie Nationalismus, Korruption, Gewalt gegen Frauen und das Gesetz gegen „widernatürliche sexuelle Beziehungen“. Sänger Hamed Sinno ist bekennend homosexuell – nach wie vor eine Seltenheit in arabischen Ländern. Auch für diese Haltung genießt Mashrou' Leila Kultstatus – und ist mittlerweile international erfolgreich. Dass die Musik in der Region heute wilder, ungeschönter, weniger kommerziell und mutiger ist, sind die Früchte der Revolution. Doch leben zwei der vier Bandmitglieder nicht mehr in ihrer Heimat. Zu viel ist passiert. 

 

Sa, 14.11., 22:45 – 23:30 Uhr, 3sat
Radical Disco – Die frühen Jahre der Clubs (Dokumentation, D 2020)

Die Diskotheken und Clubs der 1960er- und 1970er-Jahre waren künstlerische Gesamtkunstwerke – Orte für intensive, multimediale Erfahrungen, die auch in den politischen Raum wirkten. Als Orte der Entgrenzung und Enttabuisierung trugen sie entscheidend zur Emanzipation von Minderheiten wie Homosexuellen und Schwarzen bei. Die Dokumentation sucht diese Stätten der untergegangenen Discokultur auf und erzählt die kurze, aber intensive Blütezeit der frühen Nachtclubs und Discotheken in Deutschland, New York, Italien und Spanien, bevor die rasante Kommerzialisierung der Diskomusik die experimentellen Clubs zur Aufgabe zwang.

 

Sa, 14.11., 23:50 – 0:50 Uhr, MDR
Privatkonzert – Hausbesuch bei Stephanie Stumph & Wigald Boning (Konzert/Show, D 2020)

An einem besonderen Ort, dem „Haus Schminke“ in Löbau, begrüßt das Moderatorenduo seine musikalischen Gäste. Hautnah und unplugged erlebt das Publikum beim „Privatkonzert“ internationale und deutsche Musikstars. Sie sind zu sexy für ihr Shirt, die Party oder Japan – aber sie sind nicht zu sexy für Löbau und dieses Mal dabei: Right Said Fred. Die Band wurde vor über 30 Jahren von den beiden Brüdern Fred Fairbrass und Richard Fairbrass gegründet. Ihr Markenzeichen seitdem: Glatze und durchtrainierte Körper. Ihr Markenzeichen ist der Hit „Ein bisschen Frieden“ – 1982 gewann Nicole das erste Mal für Deutschland den Eurovision Song Contest, wurde zur Legende und ist aus dem deutschen Schlager nicht mehr wegzudenken. Gemeinsam mit den Briten wird der Siegersong heute ganz international performt.

 

So, 15.11., 8:55 – 9:25 Uhr, Arte
Alles Philo! – Liebe (Kindersendung, F 2020)

In dieser Folge wehrt sich Philomène gegen den Vorwurf, in Jules verliebt zu sein, und versucht, die verschiedenen Arten der Liebe zu verstehen. Sie lernt, dass Selbstliebe weder Selbstverliebtheit noch Narzissmus bedeutet, und dass Verlangen aus Mangel entsteht. Obwohl die Gespräche mit dem Experten zu diesem so privaten Thema manchmal irritieren oder verlegen machen, lernt sie die Bedeutung der Liebe im Leben einzuschätzen. Sie wird sich der Emotionen bewusst, die sie begleiten. Philomène entdeckt Platons Mythos von Androgynos, mit dem sie nicht ganz einverstanden ist. Sie denkt über die Gefahren des Verliebtseins und der körperlichen Begierde nach, durch die man seinen Verstand und seine Freiheit verlieren kann. Sie versteht auch, dass die Liebe ein bedeutender Antrieb sein kann, und empört sich darüber, dass Homosexualität in einigen Ländern bestraft wird. Schließlich wünscht sie sich, dass wir alle die Freiheit haben, so zu lieben, wie wir es möchten.

 

So, 15.11., 11:20 – 11:50 Uhr, ONE
Total normal (3/7) – mit Hape Kerkeling (Comedyserie, D 1989)

Ein unschlagbares Team waren Hape Kerkeling und Achim Hagemann in sieben Sendungen „Total Normal“. Höhepunkte folgten auf Höhepunkte. Gäste in der dritten Sendung waren Paul Kuhn, Wilhelm Wieben, Dagmar Berghoff und Herdis Zernial.

 

So, 15.11., 23:50 – 0:35 Uhr, ZDF
ZDF-History: Corona, Aids & Co. – Virus oder Verschwörung? (Dokumentation, D 2020)

Gerät die Welt durch eine Pandemie ins Wanken, blühen die Verschwörungstheorien. Das war auch in vergangenen Epochen so. „ZDF-History“ blickt auf aktuelle und historische Seuchen. Hinter Corona steckt Bill Gates. Oder stammt das Virus doch aus einem US-Biowaffenlabor, wie damals HIV? Versuchen dunkle Mächte, durch Verseuchung die Menschheit zu beherrschen? In Zeiten der Bedrohung suchen viele nach einfachen Wahrheiten. Je unbekannter eine Krankheit, umso mehr blühen Desinformation, Lüge und Verwirrung. Durch die neuen Medien verbreiten sich Verschwörungstheorien meist schneller als die Krankheit selbst – und damals wie heute zielen sie auf angebliche Sündenböcke. Das Coronavirus und seine dramatischen Folgen erschüttern derzeit die Welt. Die Erforschung des Krankheitserregers hat höchste Priorität. Doch während wissenschaftliche Fakten und Erkenntnisse erst langsam Gestalt annehmen, glauben viele Menschen, die Ursache für die Pandemie bereits zu kennen: Das Virus sei das Resultat einer Verschwörung. Viele Zutaten aus der Geschichte der Verschwörungstheorien, wie missglückte Laborversuche oder das Wirken dunkler Mächte, tauchen auch in der aktuellen Corona-Krise auf. Im Irak verbreitete ein politischer Kommentator die These, bei der Pandemie handele es sich um ein amerikanisch-jüdisches Komplott. In Russland und dem Iran wurden wiederum Gerüchte verbreitet, bei der Pandemie handele es sich um einen US-Angriff mit biologischen Waffen. Für Experten ist das keine Überraschung. Die Geschichte kennt viele Beispiele. Bei einer unheimlichen Bedrohung einen Schuldigen zu suchen, scheint bei vielen Menschen ein bewusster oder unbewusster Reflex zu sein. Das Unbekannte macht Angst, und je komplexer eine Gefahrenlage ist, desto vehementer erfolgt die Suche nach einfachen Erklärungen. Die vielen Unbekannten der aktuellen Corona-Krise sind ein perfekter Nährboden für Gerüchte und Verschwörungsmythen.

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