Kultur
   2 Monate
Foto: Minu Ahmadian

QueerScreen - 14.06.–20.06.21

Das beste der aktuellen Fernsehwoche - gefiltert durch die schwul-lesbische Brille.

Mo, 14.6., 11:20 – 12:15 Uhr, Arte
Der erotische Blick – Johann Winckelmann (Dokumentation, D 2017)

„Edle Einfalt und stille Größe“ lautete Johann Joachim Winckelmanns Credo. Noch bis heute ist sein Einfluss spürbar: Zeugnisse seines Wirkens sind überall zu finden – seien es die klassizistischen Bauten Schinkels in Berlin, die Malerei eines Jacques-Louis David oder Capitol Hill in Washington. Es war nämlich Winckelmann, der in der Zeit des schwülstigen Barocks die alten Griechen und Römer wiederentdeckte und deren Kunst, aber auch deren Lebensweise zur Nachahmung empfahl: Seine Werke werden noch heute gelesen und übersetzt. Johann Joachim Winckelmann, der Sohn eines armen Schusters aus Stendal, der Begründer der modernen Kunstgeschichte und der wissenschaftlichen Archäologie, ist heute eher Fachleuten vertraut. In den Schriften dieses tiefsinnigen, eleganten Essayisten verschmilzt das klassifizierende Auge des Wissenschaftlers mit dem lustvollen Blick des Kunstliebhabers. Lustvoll auch deshalb, weil es seine offen bekannten homoerotischen Neigungen, sein Blick für das Sinnliche der griechischen Plastik war, der sein Interesse an der griechischen Antike weckte, seine Feder beflügelte. „Ohne Freiheit und ohne Gleichheit keine große Kunst.“ Seine Schriften wurden in Frankreich auch politisch verstanden, inspirierten die Gedankenwelt der Revolutionäre. In Deutschland reduzierte man alles auf das Wahre, Gute, Schöne. Nach einem Leben, das Stoff für Filme böte, wurde der 50-Jährige vor 250 Jahren Opfer eines feigen Raubmordes. ARTE erinnert an ihn und seine epochemachende Leistung. Winckelmann hat unseren Blick geprägt und unser heutiges Schönheitsideal in Worte gefasst.

 

Mo, 14.6., 0:35 – 1:05 Uhr, 3sat
37° – In der Abseitsfalle: Kein Coming-out im Fußball? (Dokumentation, D 2021)

Für viele ist Fußball alles, nur nicht schwul! Aber klar gibt es homosexuelle Spieler. Wie groß ist der seelische Druck, nicht offen zu seiner Sexualität stehen zu können? Wie hält man das aus? Thomas Hitzlsperger, Marcus Urban und Benjamin Näßler sprechen über ihre Erfahrungen mit dem Coming-out – und darüber, wie wichtig ein offenes Bekenntnis für die Leistungsfähigkeit auf dem Platz und für das persönliche Glück ist.

Bislang gibt es keine Studie zur Anzahl der schwulen Spieler in der Bundesliga – und keinen aktiven deutschen Profispieler, der sich zu seiner Homosexualität bekannte. Thomas Hitzlsperger ist diesen Schritt bisher als Einziger gegangen. Das war 2014, allerdings erst nach seiner aktiven Spielerzeit. Als Fußballer hat er ganz oben mitgemischt: Mit dem VfB Stuttgart hat er 2007 die deutsche Meisterschaft gewonnen, mit der Nationalmannschaft wurde er Dritter beim „Sommermärchen“ – der Heim-WM 2006.

Seinem knallharten Schuss mit links verdankt er den Spitznamen „Hitz The Hammer“. Und straft damit all jene Lügen, die glauben, Schwule seien zu „weich“ für „echten Männersport“.

Es dauerte lange, bis sich der heute 38-Jährige seine Homosexualität eingestand. Als er mit dem Gedanken spielte, sich zu outen, rieten ihm die wenigen Eingeweihten dringend davon ab. „Du wirst es nicht aushalten', war ihre Sorge", erinnert sich Hitzlsperger. „Als Profispieler ist man ohnehin einem enormen Druck und der ständigen Öffentlichkeit ausgesetzt. Einen zusätzlichen Rucksack muss man erst mal tragen können.“ Marcus Urban hat der Druck und die innere Zerrissenheit wohl eine Karriere als Profifußballer gekostet. Als Jugendnationalspieler war er ein aufgehender Stern bei Rot-Weiß Erfurt, eines der großen Talente des ostdeutschen Fußballes. „Aber dass ich mich für Männer interessierte, wurde zu einem Riesenproblem für mich. Das darf nicht sein – ich bin Fußballer!“

Urban, der für sein ästhetisches und passgenaues Spiel gefeiert wurde, gab sich zunehmend aggressiv auf dem Platz, pöbelte manchmal sogar mit homophoben Beleidigungen. „Ich wollte mit keiner Geste verraten, dass ich schwul bin.“ Er hatte Angst vor dem Karriereende, Angst davor, zum Außenseiter zu werden. „Vor allem in der Kabine fühlte ich mich verdammt einsam. Ich war nie wirklich Teil der Mannschaft, habe einen großen Teil meiner Persönlichkeit vor allen versteckt, auch vor mir selbst. Das war ein ständiges Schwanken zwischen Selbsthass und Depression.“ Schließlich gab er den Traum vom Profifußball auf. „Ein Spiel hat 90 Minuten. Ein Leben, wenn's gut läuft, vielleicht 90 Jahre. Ich wollte lieber frei sein, als meine Sexualität und mein Wesen der Karriere wegen weiter zu verleugnen.“

Auch Benjamin Näßler hat jahrelang seine Homosexualität vor seiner Familie, seinen Freunden und seiner Mannschaft versteckt. Dabei spielte der heute 31-Jährige bloß in der Kreisliga in seiner schwäbischen Heimat. „Es ging eigentlich um nichts – und doch um alles. Ich wusste, was die Menschen in meiner Umgebung mit dem Wort 'schwul' assoziierten. Das war nie was Gutes.“ Benjamin Näßler tat alles, um nicht aufzufallen.

„Ich habe Freundinnen erfunden und mich machohaft benommen. Als mir alles über den Kopf wuchs, dachte ich sogar daran, mich umzubringen.“ Nach langen inneren Kämpfen fand er den Mut, sich zu seiner Homosexualität zu bekennen. 2017 heiratete er seinen langjährigen Freund. Und im Jahr 2020 wagte er sogar den Schritt an die Öffentlichkeit und setzt sich nun als amtierender „Mr. Gay Germany“ mit seinen Kampagnen „Doppelpass“ und „Liebe kennt keine Pause“ gegen Diskriminierung und Schwulenhass im Fußball ein. „Vor allem jungen Spielern will ich es leichter machen, sich zu outen und stolz auf sich zu sein. Im Fußball geht es um Erfolg, und dabei ist es völlig egal, wen du liebst!“

Welche Erfahrungen haben prominente Akteure der Branche mit Homophobie im Fußball gemacht? Das fragt „37°“ auch den Ex-Trainer und Technischen Direktor vom FC St. Pauli, Ewald Lienen, die beiden Bundesliga-Spieler Christopher Trimmel und Christian Gentner von Union Berlin sowie den St.-Pauli-Fan und Sänger der Band Kettcar, Marcus Wiebusch. Wo sehen sie die Ursachen für die Tabuisierung? Und welche Ansätze und Signale gibt es aktuell für mehr Toleranz und Diversität?

 

Di, 15.6., 22 -22:50 Uhr, BR
Der Schwammerlkönig: Dreimal kräht der Hahn (Familienserie, D 1987)

Als „Dädy“ Schwaiger (Walter Sedlmayr) ins Krankenhaus kommt und sich nicht mehr regt, schafft es Fritz einfach nicht, ihn zu besuchen. Stattdessen vergnügt er sich mit den Krankenschwestern. Doch dann wacht er in einem Krankenbett neben seinem Vater auf.

 

Mi, 16.6., 17:20 – 17:50 Uhr, Arte
Rituale der Welt: Myanmar – Der Kult der Nat (Dokumentation, F 2019)

Überall auf der Welt haben die Menschen Rituale, die sie verbinden und die ihrem Leben einen Sinn geben. Sie behandeln zentrale Themen wie Geburt, Erwachsenwerden und Tod. Von Papua-Neuguinea über Äthiopien bis nach Indien – die Anthropologin Anne-Sylvie Malbrancke lädt in der 15-teiligen Dokumentationsreihe dazu ein, einige der eindrucksvollsten rituellen Zeremonien unserer menschlichen Kultur hautnah mitzuerleben. Jedes Jahr bitten viele Tausend Einwohner von Myanmar ein Medium, dass es sie durch einen rituellen Tanz mit den Nats verbindet. Sie glauben an diese übernatürlichen Wesen, und daran, dass sie ihnen eine gute Zukunft bescheren und ihre Wünsche erfüllen. So auch die Buddhistin Daw Kyar Ma, welche die Geister anruft, um ihren Mann zu heilen. Die Mittler zwischen den Nats und den Gläubigen sind meist Männer, Transvestiten oder Homosexuelle. Obwohl Homosexualität in Myanmar unter Strafe steht, darf während der Zeit des großen kollektiven Rituals jeder, der will, Frauenkleider tragen und sein Anderssein ausleben.

 

Mi, 16.6., 22 – 23:05 Uhr, Arte
Die Lust am Vorspiel (Dokumentation, F 2019)

Im Zeitalter von Smartphones und sozialen Netzwerken hat das „Vorspiel“ den ersten Kuss als Initiationsritus ersetzt. Schon Sechstklässler machen oft erste Erfahrungen mit Berührungen und Liebkosungen aller Art. Um dem Liebesleben der Generation Z auf die Spur zu kommen, werden in diesem Film Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von zwölf bis 23 Jahren gebeten, ihre persönlichen Erfahrungen zu teilen. Die Jüngsten haben es besonders schwer: Sie sind noch Kinder, die innerhalb der starren sozialen Hierarchien der Schulen mit ihrem Schubladendenken gefangen sind: „Opfer, Streber, Schwuli, Klassenschwarm“.

 

Mi, 16.6., 23 – 23:50 Uhr, tagesschau24
Kroymann – Der Geburtstag (Comedy, D 2019)

Ein Geburtstag, einer mit einer Null am Ende und auch noch einer 7 am Anfang: Die Schauspielerin und Satirikerin Maren Kroymann wird stolz 70 Jahre alt und bereitet ihren Geburtstag vor. Aber da hat sie die Rechnung ohne Annette Frier gemacht. In „Kroymann: Der Geburtstag“ organisiert die Eventplanerin mit oder manchmal auch gegen Marens Willen die große Feier. Eingeladen wird natürlich die halbe Film- und Fernsehbranche. Der Weg zur Party entwickelt sich aber zum wahren Spießrutenlauf: Maren Kroymann und Annette Frier gehen keiner Wahrheit aus dem Weg bei ihren Diskussionen um Zahlen auf Geburtstagstorten, Liebessünden in den Siebzigern oder politisch korrekter Ernährung beim Catering. „Kroymann: Der Geburtstag“ präsentiert die besten Sketche des Formats und Maren Kroymann glänzt in verschiedensten Rollen: als Göttin, die die testosterongeschwängerte Welt vor dem Untergang bewahren will, oder als Ärztin, die auch mal die Diagnose „AfD positiv“ stellt, oder als Beraterin für männliche Kollegen, die dem korrekten Machtmissbrauch fröhnen wollen, wobei Machtmissbrauch natürlich nicht nur was für Männer sein muss – Sketche, die sich zu Publikumslieblingen entwickelt haben. Die Eheleute Macron sind natürlich mit von der Partie. Das Wiedersehen mit Stars wie Cordula Stratmann, Jasmin Gerat, Peter Lohmeyer, Max Bretschneider und Peter Heinrich Brix und vielen anderen garantiert bissige Gesellschaftskritik und entblößende Alltagsbeobachtungen.

 

Mi, 16.6., 23:40 – 0:25 Uhr, ARD alpha
Schwulen-Paragraph §175 – Geschichte einer Verfolgung (Dokumentation, D 2019)

Schwule Männer, die ihre Sexualität auslebten verstießen gegen den Paragrafen 175. „Die widernatürliche Unzucht, welche zwischen Personen männlichen Geschlechts“ begangen werde, sei mit Gefängnis zu bestrafen. So stand es zur Einführung des Paragrafen 1871 im Strafgesetzbuch des Deutschen Reiches. Man nannte sie „die 175er“.

 

Mi, 16.6., 0:20 – 0:50 Uhr, tagesschau24
Jung und transsexuell – was jetzt? – Unterwegs im Westen (Reportage, D 2021)

Tim ist 11, lebt im Münsterland – und hieß früher Mirja. Der 17-jährige Linus aus Essen kam mit einem Mädchenkörper auf die Welt und kann es kaum erwarten, seine erste Testosteron-Spritze zu bekommen. Und die 19-jährige Nia aus Schwerte lebte eine Zeit-lang als Junge, bis sie merkte, dass das auch nicht richtig passt. „Unterwegs im Westen“-Reporterin Linda Joe Fuhrich begegnet ihnen auf ihrem Weg zur eigenen Identität.

Es gibt immer mehr Kinder und Jugendliche, die klar sagen, dass ihr Geburtsgeschlecht nicht zu ihnen passt – manchmal bereits im Kindergarten. Die Zahlen steigen seit einigen Jahren deutlich. Vor allem biologische Mädchen beschließen während der Pubertät immer häufiger als Junge zu leben. Womit hängt das zusammen? Welche Rolle spielen dabei Vorbilder in den Medien? Und wie versuchen Familien und Fachleute den richtigen Umgang mit dem Thema zu finden? „Unterwegs im Westen“-Reporterin Linda Joe Fuhrich trifft Kinder und Jugendliche, die am Anfang ihres großen Veränderungsprozesses stehen und dabei auch mit Zweifeln kämpfen. Es geht um Teenager, die den Mut aufbringen, sich zu outen, Eltern, die sich von ihren Töchtern verabschieden müssen, und Fachleute, die über die richtigen Behandlungsmethoden von Jugendlichen streiten. Mädchen, Junge oder vielleicht irgendwo dazwischen: Die Reportage zeigt, wie junge Menschen und ihr Umfeld um diese Identitätsfragen ringen und dabei auch gegen Tabus in der Gesellschaft kämpfen.

 

Do, 17.6., 22:10 – 23:10 Uhr, TLC
Supernanny USA (Staffel: 1 , Folge: 14) (Serie, USA 2020)

„Supernanny“ Jo ist in Nordkalifornien, unterwegs zu den Baileys und ihren zwei Kindern. Die Eltern, Christina und Katie, haben um Hilfe gebeten, weil sie völlig unterschiedliche Ansichten über Erziehung haben und auf keinen gemeinsamen Nenner kommen. Das lesbische Paar ist seit sieben Jahren verheiratet, doch seit die vierjährige Kennedy und die zweijährige Charlotte auf der Welt sind, wird ihr Zusammenleben zunehmend schwieriger. Zumal Katie eine viel engere Bindung zu den Mädchen hat, und Christina oft die Rolle der strengen, bösen Mami einnehmen muss, um Disziplin in den Haushalt zu bringen.

 

Do, 17.6., 3:15 – 4:15 Uhr, SWR
Unser Familiengeheimnis (Dokumentation, D 2020)

Was macht ein Tabu mit einer Familie – und was passiert, wenn das Schweigen darüber endet? Diesen Fragen geht die Filmautorin Caroline Siegner in ihrer eigenen Familie nach. Die Familie brach auseinander, nachdem sich ihr Vater vor 14 Jahren als homosexuell geoutet hat. Nun wagt Caroline eine Wiederannäherung. Als sich der Vater 2004 als homosexuell outet, trennen sich die Eltern nach 20 Ehejahren. Die Familie mit drei Töchtern zerbricht – aber alle schweigen. Über das Geschehene zu sprechen, scheint unmöglich. Carolines Versuche, mit den Eltern über ihre Gefühle und die Situation zu reden, enden immer wieder in Schweigen. Deshalb entfernt sich Caroline mit den Jahren auch immer mehr von ihrer Familie. 14 Jahre später sind ihre Eltern, aber auch ihre beiden jüngeren Schwestern, zu einem Gespräch über die Vergangenheit bereit. „Unser Familiengeheimnis“ begleitet die langsame Aufarbeitung und die zaghafte Wiederannäherung zwischen Caroline und ihrer Familie. Die Ursachen für das lange Schweigen treten zutage und auch die Folgen, die bis in die Generation der Kinder reichen. Konflikte gibt es in jeder Familie. Dieser sehr persönliche Film erzählt davon, wie schwierig es ist, Tabuthemen innerhalb einer Familie zu behandeln und offen miteinander zu sein. Um schließlich wieder das leben zu können, was man ist: eine Familie.

 

Fr, 18.6., 10:30 – 11:15 Uhr, ZDF
Notruf Hafenkante: Die Tangotänzerin (Serie, D 2011)

Ein Einsatz führt die Kollegen vom PK zum Männer-Ruder-Club Hamburg 1905, auf dessen Gelände Ramona Hellwig schwer verletzt aufgefunden wurde. Die Liste derer, die Ramona skeptisch gegenüberstehen, ist lang, denn Ramona war früher ein Mann. Der mittlerweile erwachsene Sohn möchte nichts mehr mit ihr zu tun haben, der beste Freund wendet sich ab. Selbst Ramonas Tangolehrer Eduardo gerät unter Verdacht. Er hatte erst am Vorabend von ihrer Vergangenheit als Mann erfahren – Grund genug für einen Überfall? Mattes fühlt sich von Claudia in Sachen Toleranz gegenüber der Transsexualität des Opfers bevormundet.

 

Fr, 18.6., 12:30 – 13:58 Uhr, MDR
Die letzten Millionen (Spielfilm, D 2014)

Um etwas Spiel und Spannung in ihr eintöniges Rentnerdasein zu bringen, haben sechs Bewohner einer Berliner Seniorenresidenz eine Lotto-Tippgemeinschaft gegründet: Der alternde Lebemann Conrad, das schwule Paar Otto (Joachim Bliese) und Jakob (Ulrich Pleitgen), die gutmütige Rosi und das liebesmüde Ehepaar Karin und Günter. Woche für Woche fiebern sie alle zusammen der Ziehung der Gewinnzahlen entgegen – bis eines Samstags das Unwahrscheinliche Realität wird: Die ungleiche Truppe knackt den prall gefüllten Jackpot von 30 Millionen Euro. Die Reaktionen der frischgebackenen Multimillionäre fallen sehr unterschiedlich aus: Während der Schwerenöter Conrad noch einmal mächtig feiern will und das Geld bei Champagner mit schönen Frauen verpulvert, erfüllen die Romantiker Otto und Jakob sich mit ihrem Anteil den Traum von der eigenen Segeljacht.

 

Fr, 18.6., 20:15 – 22:05 Uhr, ZDF neo
Tootsie (Spielfilm, USA 1981)

Michael Dorsey ist ein New Yorker Schauspieler, der in der Branche als „schwierig“ gilt. Seine Karriere stockt, und das herbeigesehnte nächste Engagement lässt auf sich warten. Als Michaels Freundin Sandy das Vorsprechen für die Rolle in einer Soap-Opera verpasst, wittert Michael seine Chance: Als Frau verkleidet spricht er als Dorothy Michaels vor und erhält prompt die heiß begehrte Rolle. Schnell lebt er sich als Teil des Casts der langlaufenden Fernsehserie „Southwest General“ ein und wird schon bald zur besten „Freundin“ und Vertrauten seiner schönen Kollegin Julie. Doch die Beziehung wird für Michael immer frustrierender, denn er hat sich längst in Julie verliebt. Die Sache wird noch komplizierter, als Julies Vater sich ausgerechnet in Dorothy verliebt. Beruflich ist Michael am Ziel seiner Träume, er ist ein Star. Aber wie soll er die Frau erobern, die er liebt, solange diese Dorothy für ihre beste Freundin hält? Für zehn Oscars war diese amüsante Geschlechtertausch-Komödie nominiert, einen davon hat Jessica Lange für ihre Darstellung der Julie gewonnen. Die Riege der Darsteller weiß insgesamt zu überzeugen. Der vorher eher auf dramatische Rollen abonnierte Dustin Hoffman zeigt komödiantisches Talent, und die Nebenrollen sind mit Bill Murray und Geena Davis grandios besetzt.

 

Sa, 19.6., 19:20 – 20 Uhr, 3sat
100 Jahre Berlinograd: Der russische Mythos an der Spree (Dokumentation, D 2020)

Überall in Berlin wird Russisch gesprochen. Es sind nicht nur russische Touristen, es sind Hunderttausende Menschen, die nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 ihre frühere Heimat verließen. Auf der Suche nach gesichertem Einkommen und persönlicher Sicherheit, nach der Möglichkeit, eigene Lebensentwürfe gestalten und leben zu können. Berlin galt und gilt als Zufluchtsort im Westen, wo politische, religiöse und sexuelle Freiheit gelebt werden kann. Insgesamt fünf Wellen russischsprachiger Migration zählt Dr. Tsypylma Darieva vom Berliner Zentrum für Osteuropäische und Internationale Studien (ZOIS) in den letzten 100 Jahren. Seit der Annexion der Krim durch Russland im Jahr 2014 flüchten vermehrt russischsprachige Intellektuelle nach Berlin, weil sie der Hetzjagd auf Andersdenkende und der politisch-strafrechtrechtlichen Verurteilung in der Heimat entgehen wollen. Darunter sind auch Homosexuelle und Journalistinnen und Journalisten, die sich gesellschaftlich in Russland bereits einen Namen gemacht haben. Sie haben eigene, zivilgesellschaftliche, politisch engagierte Klubs und Vereine in der Stadt gegründet.

 

Sa, 19.6., 3:25 – 5:15 Uhr, ZDF neo
Tootsie (Spielfilm, USA 1981)

Michael Dorsey ist ein New Yorker Schauspieler, der in der Branche als „schwierig“ gilt. Seine Karriere stockt, und das herbeigesehnte nächste Engagement lässt auf sich warten. Als Michaels Freundin Sandy das Vorsprechen für die Rolle in einer Soap-Opera verpasst, wittert Michael seine Chance: Als Frau verkleidet spricht er als Dorothy Michaels vor und erhält prompt die heiß begehrte Rolle. Schnell lebt er sich als Teil des Casts der langlaufenden Fernsehserie „Southwest General“ ein und wird schon bald zur besten „Freundin“ und Vertrauten seiner schönen Kollegin Julie. Doch die Beziehung wird für Michael immer frustrierender, denn er hat sich längst in Julie verliebt. Die Sache wird noch komplizierter, als Julies Vater sich ausgerechnet in Dorothy verliebt. Beruflich ist Michael am Ziel seiner Träume, er ist ein Star. Aber wie soll er die Frau erobern, die er liebt, solange diese Dorothy für ihre beste Freundin hält? Für zehn Oscars war diese amüsante Geschlechtertausch-Komödie nominiert, einen davon hat Jessica Lange für ihre Darstellung der Julie gewonnen. Die Riege der Darsteller weiß insgesamt zu überzeugen. Der vorher eher auf dramatische Rollen abonnierte Dustin Hoffman zeigt komödiantisches Talent, und die Nebenrollen sind mit Bill Murray und Geena Davis grandios besetzt.

 

So, 20.6., 5:55 – 7:25 Uhr, MDR
Die letzten Millionen (Spielfilm, D 2014)

Um etwas Spiel und Spannung in ihr eintöniges Rentnerdasein zu bringen, haben sechs Bewohner einer Berliner Seniorenresidenz eine Lotto-Tippgemeinschaft gegründet: Der alternde Lebemann Conrad, das schwule Paar Otto (Joachim Bliese) und Jakob (Ulrich Pleitgen), die gutmütige Rosi und das liebesmüde Ehepaar Karin und Günter. Woche für Woche fiebern sie alle zusammen der Ziehung der Gewinnzahlen entgegen – bis eines Samstags das Unwahrscheinliche Realität wird: Die ungleiche Truppe knackt den prall gefüllten Jackpot von 30 Millionen Euro. Die Reaktionen der frischgebackenen Multimillionäre fallen sehr unterschiedlich aus: Während der Schwerenöter Conrad noch einmal mächtig feiern will und das Geld bei Champagner mit schönen Frauen verpulvert, erfüllen die Romantiker Otto und Jakob sich mit ihrem Anteil den Traum von der eigenen Segeljacht.

 

So, 20.6., 13:45 – 14:05 Uhr, BR
Polizeiinspektion 1: Die Urlaubsreise (Serie, D 1979)

Kurz vor ihrem Venedig-Urlaub geht Heinls Frau Ilona noch zu ihrem Friseur Mario. Vor dessen Geschäft wird ihr Auto beschädigt. An der Grenze entdeckt der Zoll unter dem schnell reparierten Kotflügel ein Päckchen mit Rauschgift. Mit Walter Sedlmayr in der Rolle des Franz Schöninger.

 

So, 20.6., 14:05 – 14:30 Uhr, BR
Polizeiinspektion 1: Silvester (Serie, D 1979)

Gegen den Wunsch Helmut Heinls lässt Ilona mit den Freunden von der Skigymnastik am Silvesterabend eine „karibische Nacht“ steigen. Der letzte Abend des Jahres verläuft wie Helmut Heinl es erwartet hat, viel zu hektisch. Mit Walter Sedlmayr in der Rolle des Franz Schöninger.

 

So, 20.6., 16:25 – 18 Uhr, 3sat
Ein Hauch von Nerz (Spielfilm, USA 1961)

Der Wirtschaftsboss und Frauenheld Philip Shayne spritzt die kleine Angestellte Cathy Timberlake an einem regnerischen Tag in New York mit seinem Rolls-Royce nass. Sie will ihn zur Rede stellen, doch er bezirzt sie mit seinem Charme. Allerdings ist sie nicht leicht zu erobern. Zwar begleitet sie Shayne auf eine Reise auf die Bermudas, doch seine eindeutigen Absichten macht sie mit allerlei Tricks zunichte. Cathy hat sich mehr vorgenommen als ein flüchtiges Abenteuer: Sie will den notorischen Herzensbrecher Shayne in den Hafen der Ehe lotsen.

„Ein Hauch von Nerz“ bietet mit seinen beiden Stars Cary Grant und Doris Day eine romantische Hollywoodkomödie der alten Schule rund um Liebe, Sex und Treue. Nach „Ein Pyjama für zwei“, ebenfalls von Regisseur Delbert Mann, hatte Days Leinwand-Traumpartner Rock Hudson erwartet, hier erneut die männliche Hauptrolle zu spielen. Mann wollte jedoch den 20 Jahre älteren Grant.

 

So, 20.6., 18 – 19 Uhr, 3sat
Buchzeit (Literatur/Talk, D 2021)

Sommerzeit ist Lesezeit, und Lesen gehört zu den völlig unbedenklichen Vergnügen im Corona-Sommer 2021. „Buchzeit“ empfiehlt Lektüre für den Reisekoffer und den heimischen Büchertisch. Die Literaturexpertinnen Barbara Vinken, Professorin für Romanische Literatur, Sandra Kegel, Leitung Feuilleton der „FAZ“, und Katrin Schumacher, Redaktionsleitung MDR Literatur, diskutieren mit Gert Scobel über Bücher und manche existenzielle Frage des Lebens. Das Gespräch wird in der „CADORO“ aufgezeichnet, dem Mainzer Zentrum für Kunst und Wissenschaft. Und das ist u. a. ein Roman des „Buchzeit“-Sommers 2021: Wallace hat scheinbar alles richtig gemacht. Aufgewachsen in elenden Verhältnissen in Alabama, hat er es bis zum Doktoranden der Biochemie an einer Universität im mittleren Westen gebracht. Und das als schwarzer Homosexueller. Doch spürt er deutlich die Kluft zwischen sich und den anderen, nicht zuletzt die eigene Scham. Der Debütroman „Real Life“ von Brandon Taylor wurde in den amerikanischen Feuilletons gefeiert und schaffte es auf die Shortlist für den Booker Prize 2020. 

 

So, 20.6., 18:30 – 19 Uhr, tagesschau24
Unterwegs im Westen: Jung und transsexuell – was jetzt? (Reportage, D 2021)

Tim ist 11, lebt im Münsterland – und hieß früher Mirja. Der 17-jährige Linus aus Essen kam mit einem Mädchenkörper auf die Welt und kann es kaum erwarten, seine erste Testosteron-Spritze zu bekommen. Und die 19-jährige Nia aus Schwerte lebte eine Zeit-lang als Junge, bis sie merkte, dass das auch nicht richtig passt. „Unterwegs im Westen“-Reporterin Linda Joe Fuhrich begegnet ihnen auf ihrem Weg zur eigenen Identität.

Es gibt immer mehr Kinder und Jugendliche, die klar sagen, dass ihr Geburtsgeschlecht nicht zu ihnen passt – manchmal bereits im Kindergarten. Die Zahlen steigen seit einigen Jahren deutlich. Vor allem biologische Mädchen beschließen während der Pubertät immer häufiger als Junge zu leben. Womit hängt das zusammen? Welche Rolle spielen dabei Vorbilder in den Medien? Und wie versuchen Familien und Fachleute den richtigen Umgang mit dem Thema zu finden? „Unterwegs im Westen“-Reporterin Linda Joe Fuhrich trifft Kinder und Jugendliche, die am Anfang ihres großen Veränderungsprozesses stehen und dabei auch mit Zweifeln kämpfen. Es geht um Teenager, die den Mut aufbringen, sich zu outen, Eltern, die sich von ihren Töchtern verabschieden müssen, und Fachleute, die über die richtigen Behandlungsmethoden von Jugendlichen streiten. Mädchen, Junge oder vielleicht irgendwo dazwischen: Die Reportage zeigt, wie junge Menschen und ihr Umfeld um diese Identitätsfragen ringen und dabei auch gegen Tabus in der Gesellschaft kämpfen.

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