Kultur
   11 Jahre
Foto: Cristina Costa

"Ich lasse mir gerne die Ohren durchblasen"

In 2008 schaffte es Steffi List bei der Stefan-Raab-Casting Show mit ihrem Song "Break the Silence", kurz auf Platz 1 der deutschen Charts zu klettern. Als am Ende Drittplatzierte ging die heute 34-jährige Musikerin aus Unterfranken, aber am Ende ohne Major-Plattenvertrag nachhause. Trotzdem gelang ihr danach das Kunststück ganz im Eigenvertrieb mit dem Musiklabel Helmul Records ein erstes komplett selbstkomponiertes Solo-Album bundesweit in die Plattenregale zu bringen. Kurz vorm Konzert in der Mainzer "Bar jeder Sicht" sprachen wir mit Steffi List über ihre gerade neu erschienene CD "Trips", musikalische Einflüsse und das Etikett "lesbische Musikerin".

Gleich gibst du ein Konzert in der kuscheligen "Bar jeder Sicht", vor ein paar Wochen hast du noch vor tausend Fans live gespielt. Wie wichtig ist dir der hautnahe Kontakt zu deinen Fans?

Genau das ist mir wichtig: Nah dran zu sein. Je näher man an den Leuten ist umso eher kann man mit ihnen was machen. Ich beziehe das Publikum gerne bei Konzerten mit ein. Wenn da ein riesen Platz ist zwischen mir und den Leuten, ist das wesentlich schwerer.

Auf Deiner neuen Solo-CD "Trips" gibt es neben rockigen Gitarrensongs auch einige sehr ruhige Nummern mit Keyboard-Klängen, war dieser Stilmix Absicht?

Ja, das war Absicht.

Aber die meisten Fans kennen dich eher als phantastische Rockröhre im Stile einer "deutschen Melissa Etheridge"...

Danke! Nun ja, ich komme aus der Coverschiene, dass heißt, du spielst an einem Abend viele verschiedene Musikrichtungen, da für jeden etwas dabei sein sollte. Das war auch mein Ziel für die zweite Platte: über Rock, Pop, Balladen, auch mal ein kleiner Reggae-Takt oder mal was Deutsches. Deswegen habe ich das Album auch "Trips" genannt, da es für jeden Hörer eine persönliche Reise ist.

Es ist also für dich nicht wichtig einem Musikstil anzugehören?

Nein, das möchte ich gar nicht. Klar, bei der ersten Platte war das so gewollt. Man muss ja zeigen: Okay, in diese Richtung möchte ich. Aber mir reicht das immer nicht so.

Wie meinst du das?

Ich möchte einfach vieles ausprobieren, was ich beim Album "Trips" auch gemacht habe. Bestimmt werde ich bei der nächsten Platte wieder etwas Anderes ausprobieren.Natürlich kommt wieder jeder auf seinen Geschmack, denn ich behalte auch Sachen bei. Der rockige Stil ist ja noch da, aber trotzdem erlaube ich mir Mischungen.

Wie reagieren den deine Fans auf diese neuen Songs, mal mit deutschen, mal mit englischen Texten?

Ich konnte die neuen Songs alle live schon ausprobieren auf Festivals. Neulich beim "L-Beach" habe ich mit den Leuten den "Sommer"-Song vom neuen Album gesungen. Alle sind gleich eingestiegen... Also anscheinend passt es.

Was sind deine wichtigsten musikalischen Einflüsse?

Melissa Etheridge, Amanda Marshall, Gianna Nannini… The Corrs.

The Corrs? Jetzt wird es poppig...

Natürlich, querbeet! Und dann geht es noch in die härtere Schiene. Ich höre auch Korn oder Limp Bizkit. Ich lasse mir schon gerne die Ohren durchblasen.

Auf "Trips" gibt es auch eine interessante Version von "Dirty Diana" von Michael Jackson...

Ja, den habe ich früher auch schon immer gehört. Ich möchte mich auch nicht auf einen Stil festlegen. Früher habe ich wirklich nur eine Schiene gehört, das war halt Rock. Ich habe mich da sehr festgefahren und das war ein Fehler von mir. Weil dementsprechend komponierst du dann auch: nur in eine Richtung. Deswegen hole ich mir lieber ganz viele verschiedene Einflüsse.

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